Puh, jetzt hab ich endlich mal die Musse und vor allem Strom und Internet, um mir dieses Projekt von der Seele zu schreiben:
Schön, dass gestern Nacht so unheimlich viele Menschen zu Besuch kamen, ihre eigenen Getränke konsumieren oder sich ein Bier für nen Euro oder Cuba Libre (Rum, Cola und frisch gepresste Zitrone) für 2 Euro zu kaufen. Ich würde mal grob schätzen, dass gestern Nacht 500 Leute die Räumlichkeiten besucht haben. Ich bin euch Allen unheimlich dankbar für euren Support.
Allerdings sind letzte Nacht ein paar Dinge geschehen, die nicht so peacig waren, wie ich dieses Haus in Zukunft lieber hätte.
Ich als Bewohner des Hauses. Es wird keine Hierarchie geben, jeder ist gleichberechtigt im Haus. Religion, Hautfarbe, Muttersprache und Aussehen sind vollkommen irrelevant hier. Ich spreche von einer Kommune. Einem Freiraum für alle Menschen Gießens, Hessens, Deutschlands, Europas und der Welt. Bis Weihnachten werden hier 30 Leute fest wohnen. Mit Briefkasten, Klingelschild, Strom, Heizung… und das alles für eine unglaubliche Miete von 0 Euro, plus Nebenkosten.
Es tut mir leid, wenn jemand gestern Angst hatte oder sich nicht sicher gefühlt hat. Aber das war nicht meine Schuld, sondern die Schuld der Polizei. Von Anfang an standen sie vor dem Bundesgrenzschutz Gebäude mit 6 Mann in 3 Autos. später kamen noch 2 Busse oder so. Ich war von Anfang an in Dialog mit der Polizei. Die hat dann gegen 4 Uhr angekündigt, dass ich das Gebäude räumen sollte, sonst würden sie das übernehmen. Diese Drohung war vollkommen lächerlich. Ich wollte die Menschen schützen, und habe die Leute auf die Strasse vors Mathematikum gebracht und alles zugemacht.
Aber dies wäre nicht nötig gewesen. Das Hauptproblem war, dass „jemand“ die Barrikade vor dem Generator geöffnet hat, und den Schlüssel gestohlen. Ab da gab es keinen Strom mehr, und die DJs haben ihr Soundsystem abgebaut. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie jemand ein 3×4 meter hohes brett im erdgeschoss im treppenhaus bewegen kann und den lauten Generator ausschalten, ohne das irgend jemand etwas mitbekommt.
Ich vermute, dass dies wieder einmal eine Aktion sogenannter „agent provocateurs“ war, wie schon damals in Heiligendamm. In Anschluss daran hatte ich mit Freunden aus Polen, Argentinien und Finnland die Post zum ersten Mal für einen Monat besetzt. Jetzt hatte ich 2 Jahre Zeit, alles zu planen, habe die Connections und werde dieses Haus mit 500 Leuten füllen, mit einem Gemüsegarten, einem Tierstall, einem Kinderspielplatz, picture it for yourself!